Newsletter 3/2021

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Liebe Fans der Big Five in Bayern!

Ja, ihr habt richtig gelesen – Big Five: dazu zählen wir neben Wolf, Luchs, Bär und Fischotter nun auch den „Newcomer“ Goldschakal!

Newcomer Goldschakal in Bayern!

Canis aureus ist zwar nicht ganz neu in Bayern, denn er wurde in der Vergangenheit immer wieder gesichtet (u.a. bei Freising oder im Bayerischen Wald). Er gehört dennoch zu den „Zugroasten“: von manchen fälschlicherweise als invasive Art („Neobiota“: gebietsfremde Arten, vom Menschen nach dem Kolumbus-Stichjahr 1492 eingeführt) bezeichnet, betreibt er tatsächlich eine Habitat-Erweiterung ausgehend von Südosteuropa, vermutlich ausgelöst durch die menschengemachte Klimaerwärmung. Hierzulande bleibt die Spezies derzeit noch unbemerkt, auch wenn sie häufiger ist, als die meisten von Euch vermuten würden. Der Bestand in Europa wird von der Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) auf 97.000-117.000 Tiere geschätzt. Das entspricht einer deutlich größeren Population als die der Wölfe. Während diese jedoch Bewohner der Nordhalbkugel sind, sind Schakale auch auf der südlichen Hemisphäre zuhause. Bis nach Asien und Afrika kommen sie in Form verschiedener Unterarten vor, wie z.B. die Schabrackenschakale in Namibia (Foto: Franziska Baur).

Die ursprünglichen Lebensräume sind offene und halboffene Landschaften, dichte Wälder werden eher gemieden. Goldschakale leben gesellig in Familienterritorien, welche gegenüber anderen Familien verteidigt werden. Ihr Nahrungsspektrum ist breit: neben Insekten, Reptilien und Kleinsäugern werden auch schwache, alte oder junge Huftiere erbeutet. Bei der Jagd auf Kleinlebewesen ähnelt das Jagdverhalten demjenigen des Fuchses (Anschleichen, in hohem Bogen Anspringen), größere Tiere werden durch Hetzjagd im Rudel erbeutet – ähnlich wie bei ihrem „großen Bruder“ Wolf. Wie diese verständigen sie sich ebenfalls durch gemeinsames Heulen, auch wenn dieses deutlich schwächer tönt.

In Deutschland ist der Goldschakal in Anhang V der FFH-Richtlinie gelistet. Die Art ist nicht in der Liste der jagdbaren Arten in Bundesjagdgesetz § 2 aufgeführt und stellt somit kein jagdbares Wild dar. In Österreich hingegen ist er nicht geschützt und darf außerhalb der Schonzeit bejagt werden. Die Sinnhaftigkeit dessen darf bezweifelt werden, denn er könnte - als natürlicher Antagonist der Füchse - durchaus ökologisch hilfreich sein.

Schabrackenschakal im Norden Namibias (Foto: Franziska Baur)
Und dann gibt es da noch den kleinsten Vertreter der BBF ("Bayerische Big Five"): Lutra lutra, der Fischotter!

Das Verwaltungsgericht Regensburg entschied, dass die letale Entnahme von Fischottern an Fischteichen verboten wird. Der BN hatte zuvor gegen von der Regierung der Oberpfalz erteilte Ausnahmegenehmigungen für den Fang und die Tötung von Fischottern geklagt. Für Fischteichbesitzer fordert der BN ein „Existenzsicherungsprogramm“ mit einer besseren finanziellen Grundförderung für naturnahe Teichwirtschaft und mit der Einführung eines Fischotter-Bonus-Modells bei Entschädigungen. Mehr Infos: www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/erfolg-toetung-von-fischottern-an-oberpfaelzer-fischteichen-ist-nicht-erlaubt?fbclid=IwAR0gkwP5U2ZV7eZIi05znWIvPDhxgmxET2ZexxG6WrLOF-Jk-UIiwkyOpHU

Junger Fischotter (Foto: Fotolia)
Tatort Natur – eine neue „Greifvogel-Kripo“ in Bayern

Die intensive Aufklärungsarbeit von TATORT NATUR zum Thema „Naturschutzkriminalität“ zeigt bereits Wirkung: Mitte 2021 wurde das Polizeipräsidium Niederbayern vom BstMI beauftragt, eine Arbeitsgruppe „Greifvögel“ zu gründen, um einen Handlungsleitfaden für die Bayrische Polizei zu erarbeiten.

 

TV-Tipp: Das Umweltmagazin UNKRAUT begleitete Franziska Baur und Spürhündin Murmel zum ersten Arbeitstreffen: www.ardmediathek.de/video/unkraut/neue-greifvogel-kripo-in-bayern/br-fernsehen/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzkxMDBjZGM4LTc4OTgtNDU4Yy1hMDJjLWNiYmIyYjNhODY4Ng/

Film: DER WILDE WALD

Zur anstehenden Kino Tour von DER WILDE WALD - Natur Natur sein lassen verlosen wir Freikarten für die Ausstrahlung am 8.10. in München!

DER WILDE WALD ist eine sinnliche Reise durch das einzigartige Ökosystem des Nationalparks Bayerischer Wald. Hier erobert sich hier die Natur ihren Lebensraum zurück, mitten im dichtbesiedelten Mitteleuropa. Warum brauchen wir die wilde Natur zum Überleben? Der Film nimmt Stellung zu aktuellen Fragen und zeigt in poetischen Bildern, dass es sie durchaus geben kann, die Koexistenz von Mensch und unberührter, wilder Natur. „Natur Natur sein lassen” - das war der Gedanke, der bei der Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald vor 50 Jahren eine zentrale Rolle spielte. Eine Waldlandschaft, die sich ohne Einfluss des Menschen entwickeln darf. Es ist ein einmaliges Experiment, dessen Ergebnis bis heute für Staunen sorgt. Aus einstigen Wirtschaftswäldern wächst ein Urwald heran. Der wilde Wald zieht Forschende aus der ganzen Welt an. Sie sind auf der Suche nach Antworten: Was können wir von unberührter Natur lernen, um Wälder in Zeiten des Klimawandels auch für künftige Generationen zu bewahren?

Zusammen mit Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Umwelt- und Naturschutz soll der Film Boden und Raum für Diskussionen um die aktuelle Situation des Umgangs mit der Natur und deutschen Wäldern, aber auch Lösungen und Zukunftsvisionen bieten. 

Hier findet Ihr Trailer und weitere Infos zum Film: https://mindjazz-pictures.de/filme/der-wilde-wald/

Zum Gewinnspiel – wie kann ich nun die Freikarten ergattern?

Schnell unsere Facebook Seiten tatort natur und bayern wild abonnieren und die Augen offenhalten. Dort wird es einen Post zum Film geben, welchen du einfach teilst und schon wirst du in den Lostopf geworfen.

München | Freitag, 08. Oktober | 19:45 Uhr | Rio Kino

Sonderveranstaltung mit anschließendem Filmgespräch mit Regisseurin Lisa Eder, Alexandra von Poschinger, Autorin des Buches „Wilder Wald“ (Knesebeck) und Franziska Baur, Projektmanagement „Tatort Natur“ bei der Gregor Louisoder Umweltstiftung. 

LIFEstockProtect-News: Die ersten Scatdogs werden zertifiziert

Im nächsten Newsletter geht es um das vielversprechende LIFE Projekt zum Herdenschutz im Alpenraum (www.lifestockprotect.info) und die Ausbildung der Scatdogs, welche frühzeitig die Anwesenheit von Wolf und Co. anzeigen sollen. Wie das funktioniert? Seid gespannt, wir stellen Euch einen der Schnüffelhunde ganz exklusiv und hautnah vor!

Spürnase im Einsatz (Foto: Franziska Baur)
Nun wünsche ich Euch einen goldigen Herbst, Eure Franzi Baur
 
Bayern Wild Newsletter
28. September 2021
 
 
 
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