Newsletter 6/2020

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dies ist der letzte Newsletter, den Sie von mir als Projektleiterin „Bayern Wild“ erhalten. Auch Blog-Beiträge wird es in Zukunft nicht mehr von mir geben. Ich wechsle den Arbeitsgeber, bleibe aber meinem Thema große Beutegreifer und v.a. Herdenschutz treu. Anfragen direkt zum Projekt BayernWild bitte an bayern-wild@umweltstiftung.com.
Übergangsweise erreichen Sie mich weiterhin über meine Stiftungs-Mail Adresse.
Es war eine schöne Zeit, in der ich viele neue Kontakte und Einblicke gewinnen konnte. Das unabhängige Arbeiten in der Stiftung war ein Privileg. Trotz einigen Hemmnissen in diesem Jahr 2020 haben wir doch ein paar Punkte erreicht: allem voran die Neuaufstellung und der Umzug der projekteigenen Homepage.
Zwei Highlights bleiben mir in Erinnerung: die Herdenschutztagung in Salzburg und die Exkursion im Sommer auf Schweizer Almflächen.

Als ich im Jahr 2013 in der Stiftung anfing, ärgerten wir uns über wenig verfolgte Straftaten an streng geschützten Wildtieren und blickten erwartungsvoll in die Etablierung eines ersten bayerischen Wolfsrudels.
Beides hat sich erfreulich weiterentwickelt. Straftaten an geschützten Wildtierarten werden von den Strafverfolgungsbehörden deutlich besser bearbeitet. Und Wölfe haben sich in einigen Regionen Bayerns niedergelassen. Beides bedarf weiterhin einer kritischen Begleitung und Informationsarbeit.
Wie sich das Projekt Bayern Wild in Zukunft gestalten wird, steht derzeit noch nicht fest. Das Spektrum für „Bayern Wild“ ist breit und die Themen werden nicht ausgehen.
Ich freue mich, dass ich dem Themengebiet und auch meinem ehemaligen Arbeitgeber weiterhin verbunden bleiben darf. Es wird Überschneidungen, Austausch und gegenseitige Unterstützung geben.

Bleiben auch Sie „Bayern Wild“!
Auf Wiedersehen, Ihre Stefanie Morbach, Projekt Bayern Wild

Herdenschutzzaun im Bau
Wildtiere in Bayern

Wolf
Die beiden Rudel im Manteler Forst und im Veldensteiner Forst haben mit Kamera-Aufnahmen bestätigten Nachwuchs. Bereits im Mai wurden beide Fähen mit Gesäuge fotografiert. Nun sind auch die Welpen bestätigt. Im Manteler Forst gibt es mindestens 5, zwei davon konnten auch bereits genetisch bestätigt werden. Im Veldensteiner Forst sind es 4. Genetische Untersuchungen gibt es hier noch nicht.
Der Wolfsrüde in Grafenwöhr konnte bislang nicht wieder bestätigt werden.

Für die Allgäuer Alpen wurde nun ein standorttreuer männlicher Wolf bestätigt. Erste Bestätigungen von ihm gab es im Jahr 2018. 2020 wurden von Januar bis Juni genetische Proben in Bayern und im Bregenzer Wald (Österreich) ausgewertet.
Beim Landesamt für Umwelt gibt es eine Auflistung aller Nachweise von Einzeltieren und den als Rudel bzw. standorttreuen Einzeltieren nachgewiesenen Wölfe: https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/monitoring/index.htm

Luchs
Freude und Trauer liegen ja oft nah beieinander.
Bekannt wurde nun der erste Luchs-Nachwuchs im Steinwald (Oberpfalz): 3 Jungtiere wurden mit der Luchsin fotografiert. Eine schöne Geschichte, da das Muttertier hier im Steinwald 2016 freigelassen wurde. Sie war als verwaister Jungluchs im Bayerischen Wald aufgefunden worden, wurde gepäppelt und dann wieder in die Freiheit entlassen. Ein Kuder aus dem Harz fand sich in der Region ein und erstmalig kam es nun dieses Jahr zu Nachwuchs.

Leider wurde im angrenzenden Fichtelgebirge nun ein Luchs-Kuder geschossen. Der Jäger zielte auf ein vermeintliches Wildschwein und erstattete, nachdem er seinen Fehler gemerkt hatte, Selbstanzeige. Der Fall wird nun weiter untersucht. Fest steht, dass die Tötung eines streng geschützten Luchses strafrechtliche Verstöße gegen das Tier-, Bundesnaturschutz- und Jagdgesetz darstellen und der Täter sich nun dafür verantworten muss. Luchse sind auf der Roten Liste Bayern vom Bundesamt für Naturschutz als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert. Für die Luchspopulation, die sich in ihrer Ausbreitung und Etablierung von neuen Lebensräumen ohnehin schwer tut, ist diese Tötung daher ein herber Verlust.

Weitere Infos zur Verfolgung streng geschützter Wildtiere auf www.tatort-natur.de
Kontakt: franziska.baur@umweltstiftung.com

Kurze und kurzfristige Infos zum aktuellen Geschehen in und um Bayern gibt es unter https://www.facebook.com/bayernwild

 
Bayern Wild Newsletter
03. Dezember 2020
 
 
 
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