Bär

Bären gehören zu den drei großen Raubtieren in Bayern. Im Fachjargon spricht man von großen Beutegreifern. Einzelne Tiere streifen ab und an durch den bayerischen Alpenraum.

Aussehen

Der Europäische Braunbär ist die größte Wildart bei uns und entsprechend furchtlos. Er kann bis zu 300kg (weibliche Tiere ca. 25% weniger) auf die Waage bringen, aber er ist immer noch deutlich kleiner als der Amerikanische Grizzly – und weniger aggressiv.

Trotz seines stämmigen Körpers und den kurzen Beinen, ist er ein echter Triathlet: Er kann schnell rennen, klettern und schwimmen.
 

Verhalten

Von Mai bis Juli ist Paarungzeit bei den Bären. Männchen wandern dazu manchmal Hunderte von Kilometern. Den Rest des Jahres gehen Bär und Bärin getrennte Wege. Nach einer Keimruhe - das heißt die befruchtete Eizelle entwickelt sich erstmal nicht weiter- kommen im Januar und Februar die Jungen (2-3) zur Welt. Jetzt liegen die Bären meist in der Winterhöhle. Jungtiere bleiben 1 ½ bis 2 ½ Jahre bei ihren Müttern.


Eine führende Bärenmutter hält sich von unbekannten Bärenmännern fern. Zu groß ist die Gefahr, dass er ihre Jungen tötet, damit sie paarungsbereit wird.

Die jungen Weibchen siedeln sich gerne in der Nachbarschaft ihrer Mütter an. So entstehen richtige „Familiennachbarschaften“.

Reviere von männlichen Bären können 130 km² bis 1'600 km². Die Gebiete der weiblichen Tiere sind kleiner: 60 km² bis 225 km². Wie auch bei Luchsen und Wölfen ist dies v.a. abhängig vom Nahrungsangebot. In der Regel sind Reviere von Tieren im Südeuropäischen Raum kleiner als die im Norden. Braunbären sind nicht territorial. Artgenossen werden geduldet.

Um sich besser orientieren zu können richten sich Bären auf die Hinterbeine auf. So haben sie den vollen Umblick.

Nahrung

In unseren Breiten ist der Bär nur zum Teil Fleischfresser. Beeren, Bucheckern, Würmer, Insektenlarven und Fallwild sind fester Bestandteil seines Speiseplans in den Alpen: Hauptsache nahrhaft und ohne Anstrengung zu erreichen. Honig und Bienenbrut gehören zur Leibspeise aller Bären weltweit.

Doch aufgrund seiner Größe kann der Braunbär auch jede andere Beute schlagen, von der Maus bis zum ausgewachsenen Hirsch. Meist lernt ein Bär schon in seiner Jugend, wie er sich gefahrlos und bequem versorgen kann.

Wenn die Baummast üppig ausfällt, frisst sich der Bär seinen Winterspeck mit Buckeckern und Eicheln an.

Vorkommen

Die letzten Bären Mitteleuropas hatten sich in die unzugänglichen Wälder der Alpen und Grenzgebirge zurück gezogen, bevor sie vor fast 180 Jahren auch dort ausgerottet wurden. Nur in den zerklüfteten Bergwäldern der Brenta westlich des Gardasees überlebten noch eine Handvoll Alpenbären. Vor rund 10 Jahren wurden dort Bären aus Slowenien ausgesetzt.

Heute liegen in Norditalien und in Slowenien die Keimzellen für die Rückkehr der Bären in die Alpen. Die jungen Männchen machen ausgedehnte Wanderungen auf der Suche nach einem geeigneten Revier.
Obwohl Fachleute schon seit Jahren damit gerechnet hatten – der Bär, der 2006 durch Bayern wanderte, versetzte Öffentlichkeit und Entscheidungsträger in helle Aufregung.

Heute sollten wir besser vorbereitet sein. Zumindest wissen wir, dass die Jungbären gerne weite Gebiete durchwandern, bevor sie sich niederlassen. Einige von ihnen sind dabei so heimlich, dass sie kaum bemerkt werden. Auffällig werden sie meist, wenn es zu Rissen an Weidetiere oder Plünderungen von Bienenstöcken kommt.

2019 wurde wieder ein Bär in Tirol gesichtet. Auch auf bayerischer Seite wurden Spuren (Kot) im Sommer 2019   entdeckt. Ansonsten bliebt der Bär unbemerkt und unauffällig. Mitte Februar 2020 konnten Trittsiegel fotografiert werden.

Schutzstatus

Der Bär ist ein massiges Tier, das alleine auf Grund seiner Erscheinung Respekt einflößt.

Der Bär ist nach einigen internationalen und nationalen Abkommen und Gesetzen geschützt, u.a.: die Berner Konvention, das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (92/43/EWG, 22.7.92) mit Umsetzung im Bundesnaturschutzgesetz.

Der Bär unterliegt bei uns nicht dem Jagdrecht. Ausnahmen der Schutzverordnungen kann es auf Grund erheblicher Schäden oder unmittelbarer Gefahr geben. Dies ist in Bayern im Managementplan Bär geregelt.

Managemet Bär in Bayern

Weitere Informationen und Projekte

Weitere Informationen und Antworten auf wichtige Fragen über Bären in Bayern gibt es hier:

Landesamt für Umwelt Bayern

Einige Projekte aus angrenzenden Ländern befassen sich mit Bären, deren Lebensweise und dem Umgang mit Ihnen

KORA - CH

WWF - AT

Südtiroler Landesverwaltung - IT

Bericht Bären Spanien -Euronatur