Fischotter

Fischotter sind die Marder der Gewässer. In Bayern kommen sie v.a. in den östichen Regierungsbezirken entlang der tschechischen Grenze vor.

Aussehen

Fischotter (Lutra lutra) gehören zur Familie der Marderartigen.
Mit seinem langen und schnittigen Körper (mit Schwanz bis zu 140 cm lang und etwa 30cm hoch) und den Schwimmhäuten zwischen den Zehen bewegt sich er sich elegant im Wasser - mit bis zu sagenhaften 12 km/h!

Für die langen Tauchgänge (bis zu 7 Minuten) hat der Fischotter ein starkes Herz und eine großen Lunge. Mit seinen Tasthaaren findet er sich auch unter Wasser gut zurecht.

Männchen wiegen etwa 8-12 kg, Weibchen 4-8 kg. Sein Hightech-Fell mit dem dichten Deckhaar und die Unterhaare (70.000 Härchen/m²) sorgen für eine perfekte Isolierung und lassen kein Wasser hindurch; die Körperwärme wird ideal gespeichert.

Verhalten

Fischotter sind dämmerungs- und nachtaktiv. Im Gegensatz zu vielen anderen heimischen Säugetieren, hält der Fischotter weder Winterschlaf noch Winterruhe, sondern bringt sogar während der kältesten Jahreszeit noch Nachwuchs zur Welt (max. 3 Jungtiere).

Um dessen Überleben zu sichern, benötigt er möglichst fettreiche Nahrung, wie z.B. Fische. Mögliche Kinderstuben können Uferhöhlen oder alte Baue von Fuchs oder Dachs sein. Ein Jahr lang bleiben die Jungen bei der Mutter und lernen, wie man Krustentiere knackt oder Kröten häutet.

Beutedichte, Habitatqualität und auch das Geschlecht bestimmen die Reviergrößen. Dies sind bei männlichen Tieren etwa 40 km Flusslauf, bei weiblichen 20km.

Fischotter meiden es unter Brücken durchzuschwimmen. Fehlen Gewässerrandstreifen, nehmen sie den gefährlichen Weg über die Straße und werden dann oft Verkehrsopfer.

Nahrung

Hauptnahrung der Fischotter ist, wie könnte es anders sein: Fisch (67%). Weitere Beutetiere können Amphibien, Reptilien, Vögel, Kleinsäuger oder auch Insekten sein.

Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, was Kraft und Schnelligkeit bringt, aber auch dafür sorgt, dass ein Fischotter bis zu 1 kg Nahrung pro Tag aufnehmen muss. Fischotter sorgen für einen positiven Selektionsdruck: kranke und schwache Fische erbeuten sich leichter und damit zuerst.

Vorkommen

Seine ursprüngliche Verbreitung reichte vom heutigen Irland bis Japan, vom Polarkreis bis Nordafrika und Indonesien. Je dichter die Besiedlung durch den Menschen wurde, umso enger wurde es für ihn.

Dort, wo der Fischotter lebt, die Wasserwelt weitgehend in Ordnung. Er liebt lebendige Flüsse, Seen Auen, Weiher oder Bäche in ihrer natürlichen Vielfalt: geschwungene Mäander, flache Uferzonen mit viel Bewuchs, Abbruchkanten und Altholz.

Er ist kein Baumeister wie der Biber, Deckung und Unterschlupf findet er zwischen unterspülten Baumwurzeln, im Schilf oder dichten Gebüsch. Dorthin zieht er sich zu Ruhepausen, zur Fellpflege und zur Jungenaufzucht zurück.

In Bayern kommt der Fischotter in Ostbayern (Fichtelgebirge bis Donauraum) vor. Die Wiederbesiedlung läuft sehr langsam. 

 

Schutzstatus

Ähnlich wie bei den großen Beutegreifern Wolf, Bär und Luchs wurden auch Fischotter bis Ende des 19./ Anfang 20. Jahrhunderts in Mitteleuropa durch den Menschen beinahe ausgerottet. Gnadenlose Jagd, Gewässerbau (Begradigung, Wasserkraftwerke, Uferbefestigungen) und Umweltgifte sind hier als Hauptursachen zu nennen. Eingriffe in Gewässerstrukturen und Umweltgifte betrafen den Fischotter nicht nur direkt, sondern auch seine Beutetiere. Früher stellte man ihm auch wegen seines Felles nach. Fischotter nutzen auch ungeschützte Fischweiher als Jagdreviere und sind damit bei Fischern nicht gern gesehen.

Im Folgenden eine Auflistung der internationalen Verpflichtungen zum Fischotter-Schutz:

  • Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen (CITES)
  • EU-Artenschutzverordnung
  • Biodiversitäts-Konvention
  • Ramsar-Konvention
  • EU-Wasserrahmenrichtlinie
  • Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie

Der Fischotter unterliegt dem Jagdrecht, ist aber ganzjährig geschont.

Managementplan Fischotter in Bayern

 

Weitere Informationen und Projekte